Internationale Bergbaukonferenz und -ausstellung Kameruns
4. Ausgabe – 22.–24. Mai 2024
Runder Tisch Nr. 2: Herausforderungen und Einschränkungen für die nachhaltige Nutzung von Bodenschätzen
Serge Bakoa, Esq. – Rechtsanwalt, zugelassen in Kamerun und Paris
Zusammenfassung des Themas Finanzierung von Bergbauprojekten
Die Mineralgewinnung verläuft im Allgemeinen in fünf Hauptphasen, die jeweils in mehrere Stufen unterteilt sind – von der Standorterkundung (Phase 1) bis zur Stilllegung oder Sanierung des Standorts (Phase 11 oder 12). Zunehmend werden auch die für das Projekt benötigte Infrastruktur und Wertschöpfungskette einbezogen.
Die Finanzierung eines Bergbauprojekts hängt somit vom Wirtschaftsmodell und der Kapitalintensität (niedrig, mittel, hoch, maximal) der jeweiligen Phase, Stufe oder des Gesamtprojekts ab. Der Finanzierungsbedarf variiert erheblich von Phase zu Phase und ist abhängig von der Verfügbarkeit verschiedener Arten von Eigenkapitalgebern oder Kreditgebern (Banken, Investmentfonds), die im Bereich der Projektfinanzierung tätig sind, deren Risikobereitschaft und den erwarteten Renditen.
Die Finanzierung eines Bergbauprojekts hängt von verschiedenen Faktoren ab: (i) allgemeinen Merkmalen des Bergbaubetriebs, aber auch (ii) den spezifischen Eigenschaften des jeweiligen Erzes, (iii) den gewählten Finanzierungsoptionen oder -techniken (Eigenkapitalfinanzierung, Fremdkapitalfinanzierung, Hybrid- oder strukturierte Finanzierung, spezifische Finanzierung), (iv) den Finanzierungsquellen, (v) den Finanzierungsakteuren, (vi) den Rahmenbedingungen und der Machbarkeit des Bergbauprojekts, (vii) der technischen und finanziellen Leistungsfähigkeit aller Projektbeteiligten, (viii) der Kompetenz des Projektteams, (ix) der Integration des Projekts und (x) den ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) bzw. der sozialen Verantwortung von Bergbauunternehmen.
Die „Bankierbarkeit“ ist daher der entscheidende Faktor für die Finanzierung eines Bergbauprojekts.
